Blumenerde – Pflanzerde – Rosenerde – Anzuchterde – Wer soll da noch durchblicken

„Spar nicht bei der Erde – immerhin ist das das Futter für deine Pflanzen; und was soll da schon Gutes raus kommen wenn du ihnen nur Fast Food gibst?“ das hat meine Mama immer zu mir gesagt. Und wie Recht sie doch hatte.

Aber wofür verwendet man jetzt genau welche Erde und warum? Und was hat es mit dem „bösen“ Torf auf sich? Ich hab da mal was für euch ausgegraben:

Die Erde erfüllt die verschiedensten Funktionen: sie stabilisiert die Pflanze im Topf, ist der Futterlieferant und Wasserspender für die Pflänzchen. Wenn ich also Jungpflanzen oder gar Samen zur Anzucht als Ausgangssituation habe, macht es durchaus Sinn die Anzuchterde zu verwenden. Sie ist sehr fein und stabil, aber hat auch einen geringeren Nährstoff und Salzgehalt – bei Jungpflanzen ist es nämlich wichtig, dass die Erde möglichst ph-neutral ist und nährstoffarm gehalten wird. Gebt also den Pflänzchen ihre Zeit um zu wachsen, es wird ihnen gut tun  „gut Ding braucht Weile“

Unabhängig von ihrem Alter gibt es auch Pflanzen die besondere Bedürfnisse haben: der Rhododendron und die Moorbeetpflanzen (wie zB die Hortensie, Preiselbeeren, etc) brauchen beispielsweise sehr sauren Boden mit niedrigem ph-Wert um wirklich gut zu gedeihen. Die Moorbeeterde hat außerdem die Eigenschaft Wasser sehr gut zu speichern – was diese Pflanzenarten umso dringender benötigen. (kleiner Tipp am Rande: Rhododendron nach einem starken Frost im Winter stark gießen, denn der Frost entzieht der Pflanze viel Feuchtigkeit)

Tomaten- und Gemüseerde ist reich an Nährstoffen, weil diese besonders vom Boden zehren. Hier also nicht sparen. Und bei Rosen muss man darauf achten, dass auf keinen Fall Staunässe entsteht. Dabei faulen nämlich die Wurzeln ab, daher die besonders lockere und trotzdem stabile Rosenerde – das verhindert das Faulen und die Nährstoffe sind optimal auf die Pflanze abgestimmt.

Was macht man also mit allen anderen pflanzlichen Bewohnern im Garten? Blumen pflanzt man mit Blumenerde – Pflanzen (also Bäume, Sträucher, etc) mit Pflanzerde. Natürlich könnt ihr das auch mischen, oder für beides verwenden – hier ist der Unterschied nicht so immens groß, nur der Nährstoffanteil ist eben genau auf diese Pflanzengruppen angepasst. Auch hier gilt: Willst du das optimale Ergebnis, nimm die optimale Erde.

Im Indoor-Bereich kannst du im Wesentlichen fast immer Blumenerde verwenden. Orchideen und Palmen brauchen allerdings wieder ihre Extra-Würstel: Orchideen wachsen in herkömmlicher Blumenerde nur schlecht. Sie brauchen einen hohen Rindenanteil. Auch bei Palmen solltest du zur eigens abgestimmten Erde greifen. Wer keine heimischen Pflanzen setzen möchte, sollte sich beim Einkauf der Erde vom Fachmann beraten zu lassen – das könnte sonst daneben gehen.

Warum eigentlich Finger weg von Torf-haltigen Produkten? Torf wurde lange Zeit in alle Erde-Packungen gemischt. Warum? Leicht erklärt: Torf speichert Wasser und gibt es bei Bedarf wieder ab und lockert dabei den Boden auf. Ideal also für die Bodenverbesserung in den heimischen und öffentlichen Gärten. Doch zu früh gefreut. Torf wird in Hochmooren abgebaut. Diese müssen erst trocken gelegt werden um anschließend mit dem Abbau und dem Transport zu beginnen. Neben der Freisetzung von Kohlendioxid werden hierbei ganze Naturlandschaften und damit teilweise vom Aussterben bedrohte Lebewesen und Pflanzenarten zerstört. Die Torfvorkommen, die heute abgebaut und im Handumdrehen im Garten vergraben werden, brauchten Jahrtausende um zu entstehen. Viele Gartencenter beginnen bereits auf andere Präparate umzusteigen – achtet also beim nächsten Einkauf auf die Beschriftung auf der Packung, der Umwelt zuliebe.

Wenn du dir nicht sicher bist ob die gekaufte Erde auch wirklich was taugt gebe ich folgenden Tipp: Hochwertige Erde zeichnet sich dadurch aus, dass sie locker in der Hand zerfällt, während minderwertige beim Gießen schlammig wird. Das führt dazu, dass sich beim Trocknen eine feste Kruste an der Oberfläche bildet. Ein schlechtes Zeichen ist auch wenn die Erde selbst nach mehrmaligem gießen aufschwimmt und das Wasser nicht speichert (das ist ja eine der Hauptfunktionen der Erde).

Mit dem Pflanzen ist es allerdings nicht getan. Damit die Gewächse gut gedeihen, brauchen sie hin und wieder ein paar Extra-Nährstoffe. Die meisten Blumenerden sind bereits mit Düngemitteln versetzt. Spätestens nach ein paar Wochen solltest du wieder etwas Dünger zugeben. Aber nicht übertreiben, die Pflanzen können auch eine Überdosis bekommen, also Vorsicht.

Im Frühjahr sollte man seinen Pflanzen auf jeden Fall frische Erde gönnen. Man kann sich das wie eine Schönheitskur für die Pflanze vorstellen. Da reichen auch schon wenige Liter Erde um der Pflanze die nötigen „Aufputschmittel“ zu verabreichen. Eine hochwertige Erde hat einen möglichst hohen Humusgehalt. Der sorgt dafür, dass die Nährstoffe gespeichert werden und die Erde gut belüftet ist.

Also mein Fazit: Deine Pflanzen sind nachtragend: gib ihnen nährstoffreichen, hochwertigen Boden und sie werden es dir mit saftigem Grün, blütenreicher Krone und ertragreichen Rispen danken.

Alles Liebe

Küsschen

Deine starke Gärtnerin

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